Das Licht der Welt - oder besser der Öffentlichkeit - erblickte
der POLO als Audi. 1974 wurde der Audi 50 auf die Menschheit losgelassen.
Die Entwicklung dieses Fahrzeuges als Gemeinschaftsprojekt von Audi und
VW ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, daß ein baugleiches
Modell aus dem Hause Volkswagen kommen würde: Der POLO. Damals hatte
man noch keine rechten Außenspiegel, keine rechten Türschlösser
(kein Witz !) und die Kopfstützen waren in die Sitzlehne integriert.
Zusatzausstattung wie Drehzahlmesser bekam nur die Topversionen (GLS) aber
eine umklappbare Rückbank war vom ersten Tag an Serie für alle
Varianten.
Wischwasser mit der Fußpumpe und das wo heute das Wischwasserpumpe
bedient wird saß damals dei Hupe, nämlich im Wischerhebel.
(Ich weiß, ich weiß. Aber der Club
hat einstimmig beschlossen, der Satz wäre so gut, der müsste unbedingt im
Netz bleiben. Also:Ruhig nochmal lesen!)
Der Einzige der das Radio bedienen durfte war der Beifahrer, da er es direkt vor sich hatte, während der Fahrer schon recht lange Arme für die Bedienung brauchte. Wie zum Ausgleich dafür heizte sich bei in der Sonne geparkten Fahrzeugen das Lenkrad derart auf, daß viele im Hochsommer die ersten Meter mit Handschuhen fuhren. - Waren das nicht schöne Zeiten ? Audi stellte die Produktion des Fahrzeugs 1978, nach 180.000 produzierten Fahrzeugen wieder ein, so daß nur noch der POLO blieb und seit dem viele Freunde fand.
Nach dem sogenannten 1er POLO folgte 1981 schließlich der 2er POLO. Bei diesem Modell konnte man zum ersten Mal zwischen der Steilheck- und der Coupé- Variante wählen. Auch stellte man dem POLO eine Stufenheckvariante zur Seite: den Derby. Mit der Zeit entdeckte man bei VW auch die Vermarktungsmöglichkeiten von Sondermodellen, so daß es Modelle wie den POLO SP (1984) gab, der in der 55PS-Variante mehr Drehmoment hatte als das 75PS Pendant. Er bot alles was das Herz begehrte: Sportsitze, Sportlenkrad und von innen verstellbare Außenspiegel in Wagenfarbe. Er wurde ausschließlich in rot, grün und silber gebaut. Ich kenne wenige, die noch einen haben, aber viele, die Ihm nachtrauern. Ok, ich gebe es zu: Ich hatte auch mal einen. Dann gab es das Modell Jeton, das hauptsächlich durch seine gelungene Farbgebung auffiel, den BelAmi mit Sonnendach, den etwas einfältigen Azur und und und. Letzendlich hatten aber alle diese Fahrzeuge ein Problem: keine Leistung. Gegen diesen Mißstand gab es nur eins: den G40. Mit 113 PS und einem recht gelungenen Serienfahrwerk lehrte er die Konkurenz das Fürchten.
Alle diese Sondermodelle wurden nur in begrenzter Stückzahl gefertigt.
2er POLOs findet man noch sehr viele im Straßenverkehr, was nicht
zuletzt daran liegt, daß sie im Prinzip noch bis 1994 gebaut wurden.
1989 erfuhren sie ein Facelift, womit das Modell dann 2F genannt wurde.
Prinzipiell noch ein 2er POLO wurde den Anforderungen an cw-Wert und dem
Trend zu besserer Ausstattung Rechnung getragen. Das einzige Sondermodell,
das nach dem Erfolg im 2er auch im 2F (nur diesmal in unbegrenzter Stückzahl)
angeboten wurde war der G40 als Ausstattungsvariante über dem GT.
Während bei VW - im Gegensatz zu anderen Herstellern - Kürzel
wie C, CL und GT nur begdingt etwas über die Motorleistung aussagen,
hatte der G40 seinen Namen von dem eingebauten G-Lader und somit immer
113 PS. Ansonsten gab es das Sondermodell Genesis mit hochwertiger Radioanlage
und Sonderdesign, den Fantasy mit Neonfarben abgesetzten Nähten der
Polster, den Style, den Mikado, den ... . Natürlich gab es auch noch
viele andere Sondermodelle, aber das würde nun doch irgendwie zu weit
führen.
Nun ja, seit 1994 ist der 3er POLO zu haben. Er ist nicht mehr vom
Typ 86 / 86C (wobei das "C" nicht für Coupe steht) wie alle
bisherigen POLOs, sondern trägt die Typbezeichnung 6N. Jetzt gibt
es Klimaanlagen, Fensterheber, Zentralverriegelungen, Servolenkung und
Automatik gegen entsprechende Aufpreise ab Werk. Eigentlich schade, wenn
man an die Arbeitszeit denkt, die man investiert hat um Fensterheber, Klimaanlage,
Standheizung, Tempomat und ähnliche Gimmicks in den alten Fahrzeugen
unterzubringen.
Wie es aussieht bleibt uns der POLO erhalten, wenngleich er inzwischen größer geworden ist, als früher ein Golf war.
Ware Helden fahren heute natürlich einen Audi 50. Andere werden bereits bewundert, wenn das Baujahr vor 1978 liegt. Mit unserem Baujahr 1976 gewinnen wir inzwischen durchaus öfters den Wettbewerb "Ältestes Fahrzeug" auf POLO Treffen. Wer den Wagen sieht, glaubt uns das Baujahr üblicherweise nicht, aber für solche Fälle gibt es ja Fahrzeugscheine und Fahrgestellnummern. Könner erkennen das Baujahr selbstverständlich auch an anderen Details.
Inzwischen hat längst der 9N das Licht der Welt erblickt. Auch ein schnuffiges Auto.
So langsam werden die Kisten aber definitiv zu teuer. Wer kann sich so ein Auto noch
leisten ???? Es wird schwierig ..... aber wir werden ihm treu bleiben !
(122003)

Letzte Aktualisierung: 30.09.2007